Ökonomie
Machen wir es kurz, momentan ist kein KI-Dienst wirtschaftlich rentabel. Es werden Milliarden in Rechenzentren gesteckt um die großen Rechenlasten zu bewerkstelligen. Gleichzeitig füttern sich die Unternehmen gegenseitig mit Investitionsgeldern. Nvidia ist da der große Gewinner. Die verkaufen halt an alle. OpenAI wird in der nächsten Zukunft schlucken, wenn die nicht auf einem grünen Zweig kommen – was ihnen fehlt ist die breite Aufstellung des Unternehmens. Microsoft und Google können Verluste schmerzhaft mit ihren anderen Diensten ausgleichen.

Gleichzeitig sind die KI-Investitionen ein Problem für alle anderen. RAM Preise gehen seit Monaten durch die Decke, weil die KI-Hoster die Speicher aufkaufen. SSD und Nvme Preise zogen direkt nach. Die Produktion der Chips wird nicht erhöht, auf Grund dessen, weil keiner genau weiß, wie lange dieser Boom dauert und ob es sich lohnt Milliarden in eine neue Chipfabriken zu stecken. Außerdem wollen die Chiphersteller ja auch daran verdienen.
Für alle anderen heißt das langfristig teurere Preis für Computer. Dazu kommen noch die Kupfer und Zinn Preise die langsam ansteigen. Das heißt, dass auch andere Elektronik langfristig wahrscheinlich eher teurer wird.
Im Endeffekt ist es das Ziel von KI-Unternehmen, das priorisierte Unternehmen auf dem Markt zu werden um dann langfristig die Kosten auf den Endanwender umzumünzen.
Und um das zu erreichen = KI hier, KI dort, KI überall!
Ökologie
Strom und Wasser überall. Und viel Land. Das ist das größte Problem. Die Amerikaner spüren seit kurzem das, was wir in Deutschland schon länger kennen – steigende Energiepreise. Bei denen liegt das aber im Großteil nicht an Krieg, falscher Politik oder allgemeiner Besteuerung, sondern an dem fehlen der Kraftwerke und dem damit einhergehenden Preisanstieg durch erhöhte Nachfrage.
https://www.chip.de/news/haushalt-garten/ausfaelle-drohen-warum-der-strompreis-in-den-usa-gerade-massiv-steigt_8f42efc6-63f0-40c0-a17e-701bf47c9917.html
Dazu kommt noch der hohe Wasserverbrauch für die Wasserkühlungen der Systeme, denn wo viel gerechnet wird, wird auch viel Wärme produziert, die wiederum von den System abgeführt werden muss.
Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch in diesem kleinen Beitrag reinlesen. Allgemein kann man sagen, der Ressourcenverbrauch für den Betrieb von KI-Rechenzentren ist immens. Und hier reden wir noch nicht mal von der Produktion der Hardware.
https://www.enviam-gruppe.de/energiezukunft-ostdeutschland/verbrauch-und-effizienz/stromverbrauch-ki
Die menschliche Interaktion mit der KI
Die KI ist natürlich so angelernt, dass sie immer freundlich, immer zuvorkommend und immer bestätigend wirken soll. Der Mensch soll ein gutes Gefühl im Umgang mit der KI haben. Eine vorlaute KI will keiner benutzen.
Das bringt allerdings auch das Problem der menschlichen Nähe. Was die Technik so einzigartig macht – Informationen in natürlicher menschlicher Sprache zu liefern – ist dann ein Problem, wenn die Technik auf Individuen trifft, welche psychisch labil oder zumindest angeschlagen sind.
Was durchaus in einer kontrollierten Umgebung Patienten helfen könnte, ist in der freien Wildbahn ein Problem. Niemand kontrolliert die Nutzung und kann therapeutisch gegen wirken.
Ganz einfach, KI ist ein Werkzeug und sollte auch immer als Werkzeug und nicht als Freund, Kumpel oder Liebhaber eingestuft werden. Ihr habt ja auch keine Beziehung mit dem Akkuschrauber oder dem Staubsauger. Dazu hier noch ein Beitrag:
https://www.tagesschau.de/kultur/ki-liebe-100.html
Zudem gibt es immer mehr KI-Slop. Von Videos über Songs bis hin zu Blogs, welche vollautomatisch mit Beiträgen gefüllt werden. KI Quellcodes, welche automatisch geschrieben und ins Repository zum Mergen angefragt werden. Viele Petabytes an Daten sind heute schon nur noch KI erstellt und es wird immer mehr, da es einfach ist. Man benötigt keine Kenntnisse mehr über Videobearbeitung oder muss singen können und selbst Regierungen wie die USA oder der Iran benutzen KI-Videos für ihre Propaganda. Und natürlich nicht die Trollfabriken aus China und Russland zu vergessen.
Wir sind in einer Situation wie vor 100 Jahren, als das Radio großflächig eingeführt wurde. Keiner kennt die Technik, alle sind erstaunt was man mit diesem Weltenempfänger alles hören kann und keiner weiß, wie man das alles ordentlich einordnen soll. Social Media und KI sind ein gefundenes Fressen für Propaganda und Extremismus.
Zusätzlich kommen die Kinder und die Leute hinzu, die ihre Informationen nicht mehr durch Recherche erlangen, sondern die KI fragen und alles ohne Kontrolle übernehmen. Langfristige Folgen wird man beobachten müssen, aber eine Tendenz ist bereits absehbar. Weniger eigenes Wissen, weniger selbst können und dafür mehr KI und weniger Geduld eigenes Wissen aufzubauen.
Wo kommen die Trainingsdaten her?
Prinzipiell fragwürdig sind auch die Daten, mit denen die KIs trainiert wurden. Nicht weil sie unbedingt schlecht sind, aber großflächig geklaut wurden. Während Nutzer immer wieder wegen Piraterie vor Gericht landen, sind die großen Unternehmen freizügig beim Kopieren von Texten und Grafiken zum Anlernen.
https://futurezone.at/digital-life/meta-trainierte-ki-modelle-raubkopierte-buecher-torrents-libgen/403007757
Zusätzlich kommen dann noch die ganzen Unterhaltungen mit KI dazu, welche ebenfalls zum Trainieren der KI verwendet wird. Zumindest bei den kostenlosen Versionen. Dazu zählen auch hochgeladene Bilder oder Dokumente.
Eine tolle interaktive Webseite zu dem Thema hat der BR erstellt:
https://interaktiv.br.de/ki-trainingsdaten/
Meine Sicht
Als IT-Nerd sage ich, die Technik ist begeisternd. Geiles Zeug, es funktioniert noch nicht alles, aber vor allem Bildgenerierung und Agenten mit speziellen Aufgaben, wie OpenClaw, sind schon nette Techniken. Und das ein oder andere KI-Video ist auch ganz witzig. Aber stellenweise merke ich persönlich, wie ich zum Beispiel auch immer mehr KI-Videos weiterdrücke. Weil die meisten auch nicht wirklich sonderlich kreativ sind, sondern nur gemacht wurden, um das juicy Youtube-Money abzugreifen.
Als Facharbeiter würde ich das ganze allerdings auch etwas differenzierter sehen. Die Kosten sind immens. Die Wertschöpfung teilweise sehr begrenzt. Man bekommt eigentlich als Unternehmen nur einen wirklichen Wert aus der KI, wenn man wirklich sehr genaue Rahmenbedingungen festlegt. Dazu kommt der Datenschutz mit den Cloud-KIs, der zumindest als schwierig zu betrachten ist.
Für eine intelligente Mustererkennungssoftware in menschlicher Sprache beeindruckend was geht, aber man sollte ganz klar wissen wofür man die KI einsetzen will. Einfach mal so KI ins Unternehmen holen und dann hoffen, dass man jetzt 30% der Belegschaft feuern kann, wird nicht funktionieren.
Es kann aber sicherlich auch ein Hilfstool sein um schnelle Prototypen zu erstellen und Fähigkeiten zu verwenden, die man als Mensch normalerweise lange anlernen müsste. Man sollte dennoch immer schauen, was man mit KI macht und zumindest immer mal die Quellen und das Ergebnis überprüfen.

https://www.ibm.com/think/insights/ai-decision-making-where-do-businesses-draw-the-line
Und als letztes, wenn ihr beispielsweise eine Party plant, überlegt doch mal selbst, was ihr machen könntet, anstatt es die KI machen zulassen. Immerhin hat die KI das gleiche Pamphlet für deine Party bereits Hunderten anderen Nutzern angezeigt. Mach doch lieber deine Party daraus – mit persönlichem Anstrich. Die bleibt dann den Gästen wahrscheinlich auch besser in Erinnerung.
Denn merke immer:
Eine KI kann nur das wiedergeben, was sie bereits kennt. Und das wird wahrscheinlich ein Party-Tipp auf irgendeiner Webseite gewesen sein.
Beitragsbild ist über ComfyUI generiert. Prompt: Zeichne eine freundliche KI, welche aus dem Monitor herauszukommen scheint und den Nutzer in den Computer ziehen möchte. Die KI greift dazu in Richtung Kamera. Die KI sieht wie ein Roboter aus mit menschlichen Zügen.
